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10.01.2011 Was Mehrgenerationen-Marketing mit Bergsteigen zu tun hat
Eine kleine Geschichte vorab: Hast Du schon das von den Best Agern gehört?
Seit ein paar Jahren wird in der Sportbranche immer öfter über sie gesprochen: Die sogenannten „Best Ager“. Man sagt, sie sollen interessante Kunden für Sportgeschäfte sein. So denken Viele über sie:
… Sind denn damit nicht ältere Leute gemeint? … Das sollen die neuen Super-Kunden für die Sportgeschäften sein? … Wenn wir aber nun plötzlich „einen auf Alt machen“, vergraulen wir nicht eher unsere junge Kundschaft? … Man hört, dass diese Best Ager hohe Umsätze versprechen, die möchten wir uns eigentlich nicht entgehen lassen. … Aber was sollen wir tun?
Keiner sagt den älteren Sportlern was sie kaufen sollten!
Fakt ist, dass die Älteren – nehmen wir einmal die Generation 50plus – ihre Sportausrüstung viel seltener im Sportfachhandel einkaufen. Obwohl sie genauso viel Sport treiben und auch vergleichsweise viel Geld für Sportausrüstung ausgeben, lassen die älteren Sportlern die Kassen öfter in normalen Bekleidungsgeschäften klingeln, oder in großen Warenhäusern, im Versandhandel, bei Tchibo oder in Discountern. Warum? Aus der Sportbranche kommen keine Signale, die sie umwerben und ihnen somit sagen, was die beste Ausrüstung für sie ist. Das was selbstverständlich für Kinder, Jugendliche, Frauen, Extremsportler und anderes Szenepublikum gemacht wird, passiert nicht bei den zahlungskräftigsten aller Kunden! Daher kaufen viele nicht in Sportgeschäften ein. Es sagt ihnen ja auch keiner, dass sie das tun sollten!
Alle machen das einfach so wie immer
Im Grunde verhalten sich die Kunden und Anbieter wie immer. Man kann zum Beispiel zum Laufen ein einfaches Baumwoll T-Shirt anziehen, so wie früher. Oder man kann für eine Tageswanderung einen Alltagsrucksack benutzen. Diese älteren Kunden sind so aufgewachsen, damals gab es noch kein so breites Spektrum an Sportartikeln für jede Gelegenheit. Daher ist es für einen Großteil der Sportaktiven dieser Generation auch völlig normal, Ausrüstung zum Sport zu benutzen, die eigentlich nicht unbedingt dafür gedacht ist. Das, was es im Sportgeschäft gibt, ist ja eh nur für die besonders ehrgeizigen Leute und die Extremsportler. So denken sehr viele, das lässt sich eindrücklich durch die Marktforschung beweisen.
Das Denken in mehreren Generationen erscheint vielen schwierig
Rund um diese „neuen alten Kunden“ ranken sich so viele Vorurteile, die eine scheinbar unüberwindbare Barriere bilden. Die Sportgeschäfte und Sportartikelfirmen schrecken daher oft noch zurück, auch ältere aktiv als interessante Käufer zu umwerben.
Ich möchte das einmal mit einer anspruchsvollen Bergtour vergleichen. Der Gipfel erscheint schier unerreichbar weit weg. Der Weg dorthin ist kein Zuckerschlecken. Man hat auch gehört, die Orientierung sei mitunter schwierig, man könne sich leicht verlaufen. Aber der Gipfel verspricht ein wunderbares Erlebnis. Um diesen Berg zu erklimmen muss man sich gut vorbereiten. Man muss die Karte studieren, die einzelnen Schritte planen, den Rucksack mit den richtigen Dingen für unterwegs füllen, die Wettervorhersage mit einbeziehen. Und selbst wenn man perfekt vorbereitet ist, wird der Weg anstrengend und bleibt nicht ohne Gefahren. Man braucht schon einen gewissen Ehrgeiz, eine Portion Mut und Durchhaltevermögen, um das Ziel zu erreichen. Aber es lohnt sich!
Nur wer sich auf den Weg macht, kann ans Ziel kommen!
So ähnlich ist es auch, wenn man beschließt, sich nach Jahrzehnten im Jugendwahn, auch mit der erfolgsträchtigen neuen Kundschaft im reiferen Alter auseinanderzusetzen. Man muss sich über die Kundenwünsche informieren – eine Landkarte dazu gibt es nicht. Dann muss man sich überlegen, welche Kundeninteresen mit den eigenen Voraussetzungen besonders gut bedient werden können. Welchen Weg man nehmen sollte, bleibt dabei offen. Es gibt keine Patentlösung, aber man kann sich vieles aus anderen Bereichen abschauen. Schließlich muss man sich noch für das richtige Werkzeug entscheiden, um die Kunden zu bearbeiten, wie z.B. Promotionaktionen, Spezialangebote, Werbung etc.
Es ist also alles andere als leicht, sich mit den Anforderungen unserer immer älter werdend Gesellschaft auseinanderzusetzen. Trotzdem ist die Entwicklung unaufhaltsam: die jungen Sportkunden werden weniger, die älteren werden mehr. Wer sich also langfristig gute Umsätze erhalten will, sollte schleunigst mit den Vorbereitungen beginnen, auf ein Mehrgenerationen-Marketing umzustellen.
Was man heute kann besorgen, das sollte man vor allem bei diesen „neuen alten“ Kunden nicht auf morgen verschieben!
Berg Heil,
Claudia Bieker
Claudia auf der ispo: Halle B2.115
Generation sport im internet:
08.01.2011 Die Weihnachtsgeschichte heute oder: Familie Zimmermann waren Outdoor-Freaks.
Wie sähe sie wohl aus, die Weihnachtsgeschichte, in unserer heutigen (westlichen) Welt? Die Wanderung der Zimmermanns, also Josefs, der schwangeren Maria und des (dann geborenen) Jesuskindes hätte sicherlich nicht auf Befehl Davids und seiner Volkszählung stattgefunden.
Viel eher kann ich mir vorstellen, dass Josef, der vor Weihnachten noch eine ganze Reihe an Möbelstücken ausliefern hätte müssen, diesen Outdoor-Kurzurlaub mit seiner Maria geplant hätte: Acht Tage Trekkingtour von Nazareth ans Tote Meer, zum Beispiel. Um mal schön auszuspannen von dem ganzen Zimmermann-Stress und um die Natur zu genießen – der Dezember ist ja bekanntlich einer der besten Monate für Outdooraktivitäten in Israel.
Daß eine Hochschwangere wandern geht, ist heute vielleicht nicht mehr so üblich. Aber wie wir wissen, war das mit dem Jesuskind ja auch keine normale Schwangerschaft. Und Jesus kein normales Baby. Die Maria der Neuzeit hätte sich also vermutlich auf den Trip gefreut und vorsorglich schon mal eine Babyhängematte und eine Kraxe eingepackt, statt sich auf das Vorfinden einer Krippe zu verlassen.
Dass Sandalen und weiße lange Leinenhemden nicht zu ihrem Outfit gehört hätten, versteht sich von selbst. Bewaffnet mit Karbonstöcken, Trekkingschuhen, Softshell und Regenhose hätte man die modernen Zimmermanns angetroffen. Und wenn es dann zur überraschenden Geburt Jesu in Bethlehem, eine Tagesreise vor dem eigentlichen Ziel, einem Wellnesshotel am Toten Meer, gekommen wäre... tja, dann hätten sich die Zimmermanns nicht auf himmlische Heerscharen, Hirten und einen Stern verlassen müssen.
Vermutlich hätte Josef einfach nur mal kurz seine 200 Lumen LED-Lampe anknipsen müssen, und alle Hirten im Umland hätten flugs zu ihm gefunden. Oder – und das liegt natürlich noch näher – er hätte dem Oberhirten eine SMS geschrieben. Aber zugegebenermaßen: das wäre doch irgendwie langweilig, oder?
In diesem Sinne: ein frohes Weihnachtsfest!
Caroline Opp
15.09.2010 Angefixt
Die Eurobike in Friedrichshafen ist vorbei. 65?000 Besucher kamen zum globalen Branchentreff. Imposant. Doch was die Statistik nicht auszudrücken vermag, ist die Stimmung, die vier Tage lang am Bodensee herrschte. Messe ist Geschäft, natürlich. Aber sie ist auch Show – und Bühne derer, die den Bikesport bewegen.
Entwickler von Weltkonzernen wie Bosch treffen auf Tüftler aus der Garage, Profis auf Hobbyrennfahrer, die gerade die letzten Cents von ihrem Konto geräumt haben, um sich ihr Traumbike zusammenzubasteln.
Bikefreaks, denen der Wind, der ihnen am Berg um die Nase weht, wichtiger ist als die tipptopp funktionierende Schaltung, treffen auf Technik-Nerds, die ohne einen Anflug von Müdigkeit nächtelang über den Klang von Carbonfelgen und Hinterradnaben fabulieren.
Dieses große Get-Together riecht nach dem Schmelztiegel pulsierender Großstädte, gezeichnet vom produktiven, innovativen Chaos, vom Drang nach vorne. Gerade glaubten wir, das Mountainbike sei ausgereift, da kommen neue Konzepte: Getriebe-Bikes, Twenty-Niner, E-Bikes,?…
Es liegt in der Natur von Fahrrädern, dass sie in Bewegung sein müssen, um nicht umzufallen. Und ein bisschen was davon färbt wohl auch auf die Menschen ab, die auf ihnen unterwegs sind. Gut so.
Das »Bike Sport News«-Team jedenfalls verließ die Eurobike bewegt?… und angefixt aufs Biken.
Keep on rolling
Christian Penning
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Good Sell,
Gerd Bittl-Fröhlich

