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Blog der Redaktion

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Gerd

01.05.2016 Lassen Sie es GUT sein!

Gutscheine sind eine tolle Sache! Sie können damit Ihr Geschäft befeuern und viele Punkte beim Kunden machen. Ob Sie Gutscheine zur Vergütung, Geschenk, oder als Sachleistung verwenden, bitte achten Sie dabei aber unbedingt darauf, dass Sie innerhalb des Unternehmens eine klare Richtlinie für alle Mitarbeiter haben.

Vielleicht gibt es ja auch innerhalb Ihrer Warenwirtschaft eine praktische Verwaltung dafür. Damit ist auch gegen Missbrauch vorgesorgt. Denn ein Gutschein ist ja immer ein Zahlungsmittel.

Sorgen Sie für eine angenehme Abwicklung. Also: Jeder Mitarbeiter kann mit Gutscheinen umgehen - ohne Ausnahme. Denn ein Kunde der wegen eines Gutscheins noch mal kommen muss, weil die/der Mitarbeiter*In nicht im Haus oder in der Pause ist. Das ist bitter. Würden Sie sich noch mal auf den Weg machen…?

Auch bei der Restabwicklung, also Gutschein-Resten sollten Sie mit Ihren Mitarbeitern eine Kulante Regelung erstellen. Restgutscheine mit Mini-Beträgen die in Geldbörse verrotten, bringen Ihrem Kunden und Ihnen nichts.

Erinnern Sie sich daran wann Sie ihren letzten Gutschein bekommen haben? Na ist er noch im Geldbeutel?

Good Sell, 

Gerd Bittl-Fröhlich

Mein Kommentar aus Velobiz April 2016

Gerd

15.01.2016 Das neue Kinderfahrrad ...

Wie sind Sie auf Kinder in Ihrem Unternehmen eingestellt? Klar, bei jeder Order werden Kinderräder gekauft. Aber mal ehrlich: Wie stehen Sie und Ihr Team zu den „kleinen“ Kunden? Und: Wie gehen Sie mit ihren Eltern um?

Kinder sind der Nachwuchs Ihres Hauses und das nicht erst, wenn ein Kinderrad angeschafft wird. Eine attraktive, saubere Kinderecke, in der die Kids während des Kundenbesuchs spielen können, sorgt dafür, dass Kinder gerne mit einkaufen gehen, ja sogar selbst Lust darauf haben: „Papa gehen wir wieder mal in den Laden mit der tollen Rutsche?“

Spielen neben Kindersitz, Helm und Co.  Bringt die Kleinen auf die Idee, ein  eigenes Laufrad, Bike auf die Wunschliste zu setzen.   Kinder wissen auch ganz genau was gefällt und was nicht.

Eltern kaufen gerne auf „Vorrat“. Zumeist läuft dies auf ein zu großes Rad hinaus. Dass man den Sattel tief stellen kann, ist toll, aber kann das Kind dann noch richtig lenken? Was bringt einem Kleinkind die (schwere) Straßenausstattung mit Licht und Gepäckträger auf dem Spielplatz? Hinzu kommt, dass vier bis fünf Jahre alte Kinder mit Gangschaltungen völlig überfordert sind.

Sie als Radlexpertin oder -experte kennen sich aus: Der Anspruch der Eltern „Kinderrad ja, bitte aber billig“ ist so falsch wie teuer und meist viel zu groß. Es gibt zwar Fahrräder mit kindgerechter Geometrie, Kurbellänge, Gewicht sowie passenden Bedienelementen und Bremsen. Vorne dran steht aber meist die günstigste und damit elterngerechte Lösung. Kinderräder müssen aber passen und rechtzeitig ausgetauscht werden, sonst gibt’s auf der Radtour Genöle und der Tag macht keinem Spaß. 

Das sollten Sie Ihrem Kunden sagen! Auch, dass das passende, leichtere und ggf. teurere Bike am Ende preiswerter ist, da man es in gutem Zustand weitergeben kann und zwar mit einem wesentlich höheren Erlös.

Sicher kostet dies Zeit und Geduld. Doch es lohnt sich! Ein gutes Argument ist auch: Eltern würden sich selbst nie ein so „unpassendes“ Rad kaufen. Wieso wollen sie es jetzt für ihr Kind? Passt das Rad perfekt, werden die Kinder - also Ihr Kundennachwuchs - stolz von ihrem neuen, soooo tollen Rad aus Ihrem Geschäft berichten. Bleiben Sie also stark!

Ihr Gerd Bittl-Fröhlich

Mein Kommentar aus Velobiz zum Thema Kinderfahrräder

Gerd

28.11.2015 DWDS

Mein Blog hat die letzte Zeit sehr unter den vielen anderen Arbeiten in der Redaktion gelitten. Die drei Tage bei der überaus gelungenen Veranstaltung „DeinWinterDeinSport“-Summit haben einige Eindrücke hinterlassen. Guter Grund, um hier wieder mit dem Bloggen zu beginnen ...

Nach dem „DeinWinterDeinSport“-Summit ...

...bin ich tags darauf erst einmal raus in den Wald und hab' mit meinen Spezln die Brücken für unsere Loipe gebaut, die Beschilderung aufgestellt und diverse Waldarbeiten ausgeführt, damit, im Einklang mit unserer Natur, bei uns in Tutzing bald wieder Wintersport in Form von Skilanglauf betrieben werden kann. Hier bei uns ist das möglich, weil ein paar Jungs - mit finanzieller Unterstützung aus der Bevölkerung und den Gästen der Loipe - zusammenhelfen und sich für die Sache engagieren. Unpolitisch, uneigennützig, alle im "WIR".

Was den Summit betrifft, wollte ich die Eindrücke etwas sacken lassen ...

Denn von der Bühne des Kongresses schallten viele sehr interessante Beiträge ins Auditorium, die mich nachdenklich stimmen. Einige Gesprächsrunden starteten als Herumtoben im Schnee, wurden zur Schneeballschlacht, und im schlimmsten Fall wurde jemand kräftig eingerieben. Grundsätzlich: Die Protagonisten möchten allesamt den Wintersport wieder dahin bringen, dass die Energie, die Faszination Schnee und das Erlebnis auf den "User" überspringt. Wird es gelingen?

Einige der Personen auf der Bühne wollen nach vorne denken, man fühlt aber, dass sie sich noch im Korsett ihrer bestehenden Strukturen befinden. Alle, die mit Herzblut aufgebrochen sind, beeindruckten, zeigten Erfolge auf. Es geht offenbar nicht darum, vom Kuchen die besten, größten Stücke abzubekommen, sondern gemeinsam die besten Zutaten für einen guten Kuchen einzubringen, um diesen dann gemeinsam zu genießen. Wer z. B. Familien im Fokus hat, muss sich derer Bedürfnisse annehmen. Dann müssen Liftbetreiber Tageskarten zum richtigen Preis anbieten, sie dürfen keine Angst haben, dass andere mehr verdienen. Wenn die Gemeinschaft in den Kommunen gewinnt, wird der Gewinn gemeinsam in die Liftanlagen investiert und alle gewinnen.

Umweltschützer werden nicht durch immer neue Statistiken und "Ökobeweise" umgestimmt. Verbraucher achten immer mehr auf Nachhaltigkeit in den Produkten, das breitet sich immer mehr in alle Freizeitaktivitäten aus. Sie fokussieren sich immer mehr auf wenige Aktivitäten und diese werden dann Teil ihres Lebensstils. Und das ist gut so.
Bei den Vorträgen der Regionen und Hersteller bedeutet Innovation im Wintersport oft, dass immer noch mehr und noch größere Beschneiungsgeräte Winter auf Knopfdruck liefern können und dass alle Produkte/Angebote noch luxuriöser und exklusiver werden. Wir haben genauso gehört, dass nur Nullkomma-Irgendwas-Prozent der Natur für unseren Wintersport "herhalten" müssen. Wir sollen hören, dass hier schonend in die Natur eingegriffen wird. Diese "klitzekleine" Fläche ist aber eben genau wie die vielen anderen Nullkomma-Prozent-Flächen unserer Erde ein wesentlicher, wichtiger Teil des gesamten Ökosystems, das es gilt, als Gesamtheit zu sehen.

Apropos Gesamtheitlich: Wenn die Bevölkerung nicht mit den Veranstaltern an einem Tisch sitzen darf, wenn alle Beteiligten nicht miteinander sprechen sollen, wenn die einzelnen Sorgen nicht ernsthaft gehört werden, wird es in Zukunft, auch in den Mutterländern des Wintersports, keine Olympische Spiele mehr geben.

„DeinWinterDeinSport“ fühlt sich ganz gut an. Besser: „UnserWinterUnserSport“. Aber bitte niemals: „MeinWinterMeinSport“ – dies gilt auch für Funktionäre.

Die Veranstaltung war durch ein gemeinsames "über den Tellerrand hinausschauen" möglich und bietet nun einen guten Start für Taten.

Wir alle sind auf die ersten ERGEBNISSE im nächsten Jahr gespannt. Danke an die Macher und die Organisation. Erfrischend war auch, dass sich im Rahmen des Events auch viele Menschen und Betriebe aus der Region präsentieren konnten.

Gerd Bittl-Fröhlich

PS: Hier geht es zur offiziellen Website

Weniger

01.07.2014 Biobasiert – oder das Kreuz mit der Nachhaltigkeit

Gerade hatte ich ein Interview zur biobasierten Elastanfaser abgeschlossen, als mir beim Geschirrspülen plötzlich der Gedanke durch den Kopf schoss: Was fällt eigentlich alles unter den Begriff „biobasiert“? Das Internet spuckte Antworten auf diese Frage aus – und mit ihnen tat sich mir eine neue Welt auf. Eine Welt, an der seit Jahren gearbeitet wird, ohne dass ich es bemerkt hatte. Eine Welt, die unsere jetzige im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig verändern wird. Nichts wird so sein wie vorher.

Das Wörtchen „biobasiert“ findet sich in „biobasierter Wirtschaft“ wieder, auch „Bioökonomie“ genannt. Ihr Ziel ist es, erdölbasierte Produkte durch biobasierte zu ersetzen. Denn die Industrie und damit auch die Wirtschaft haben ein Problem: Das Öl neigt sich dem Ende zu – keine wirklich neue Information.

Geforscht wird schon lange – die Öffentlichkeit weiß nur nichts davon

Neu für mich ist aber, dass an der Bioökonomie bereits seit 2006 auf höchster nationaler Ebene gearbeitet wird. Damals wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die erste Fördermaßnahme dazu ins Leben gerufen. 2009 wurde dann vom BAMBF und vom Bundesministerium Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ein Bioökonomierat als Beratungsgremium der Regierung eingesetzt, der postulierte: „Mit ihren vielfältigen Möglichkeiten kann die Bioökonomie einen wichtigen Beitrag zur Lösung globaler Probleme leisten.“ Ein Jahr später erwirtschaftete die Biotechnologie in Deutschland mit rund 30.000 Arbeitskräften bereits rund 2,2 Mrd. Euro.

Nachdem der erste Bioökonomierat im Frühjahr 2012 seine Arbeit abgeschlossen hatte, wurde im Sommer desselben Jahres unter gleichem Namen ein neues „unabhängiges“ Beratungsgremium aufgebaut. Dort tummeln sich nun Wissenschaftler und Unternehmen, die von der Bioökonomie und von den von ihnen selbst empfohlenen Fördermitteln direkt profitieren. Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs), wie z.B. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen, sind ausgeschlossen.

Ein Jahr später wurde der Kreis der Ministerien, die an einer „Politikstrategie BioÖkonomie“ arbeiten, erweitert: Neu dazu kamen die Bundesministerien des Inneren (BMI), der Wirtschaft und Energie (BMWi), der Umwelt, des Naturschutzes, des Baus und der Reaktorsicherheit (BMUB), der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Auswärtige Amt (AA).

Das Brisante an der Aufzählung: Elf Jahre lang wurde in eine Richtung geforscht, die das Weltgefüge beeinflussen wird, und erst jetzt werden die beiden Ministerien, die ihren Blick über die nationalen Grenzen werfen sollen, mit einbezogen.

Mit der biobasierten Wirtschaft bricht ein neues Zeitalter an

Das Hauptziel, das die Bundesregierung und die Wirtschaft verfolgen, lautet zusammengefasst: Weg vom Öl, hin zur Biomasse, wobei diese aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen gewonnen wird. Gleichzeitig gibt man vor, dass man trotz Wachstum und Arbeitsplatzsicherung die Ernährung der Weltbevölkerung sichern möchte. Und ja, man möchte auch die biologische Vielfalt (Biodiversität) fördern und den Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftsfähig halten. Ziele, die widersprüchlicher nicht sein können.

Manche sind sogar zynisch, wenn man bedenkt, dass man in der Welthungerhilfe davon ausgeht, dass derzeit zwei Milliarden Menschen an Mangelernährung leiden, und wir schon jetzt 30 Prozent unserer gesamten Biomasse importieren. Zudem werden der Klimawandel und das Anwachsen der Weltbevölkerung (2050: ca. 9,5 Mrd. Menschen) die Lage noch verschärfen.

Dies weiß man auch im BMZ. Auf seiner Webseite ist zu lesen: „Gutes Acker- und Weide­land wird immer knapper: In den ver­gan­ge­nen 40 Jahren musste ein Drittel der welt­weiten Acker­flächen aufgegeben werden.“ „Boden­degradierung“ heißt der Prozess, bei dem die Böden aufgrund von Wasser­- und Wind­erosion, Ver­nässung und Ver­salzung, chemischer, physi­ka­li­scher und bio­lo­gischer De­gra­die­rung so schlecht werden, dass sie sich für land­wirt­schaft­liche Nutzung nicht mehr eignen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Siedlungs- und Verkehrsfläche. Die meisten Entwicklungen gehen zu Lasten des Regenwaldes und damit der Artenvielfalt (Biodiversität).

Von Nachhaltigkeit kann keine Rede sein

Die biobasierte Wirtschaft ist also gar nicht so nachhaltig, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Sie wird vielmehr die derzeitige Flächenkonkurrenz noch verschärfen, denn plötzlich zerren alle am Ackerland: Die Land- und Forstwirtschaft, die Energiewirtschaft, die Fischerei- und Aquakultur, die Pflanzen- und Tierzüchtung, die Chemie- und Pharmaindustrie, die Nahrungsmittelindustrie, die industrielle Biotechnologie, die Holz-, Papier- sowie Textilindustrie und eben auch die Sportartikelindustrie.

Auf Regierungsebene ist man trotzdem weit davon entfernt, NGOs wie z.B. die Welthungerhilfe oder den Naturschutzbund Deutschland (NABU) in den Dialog einzubinden. „Die Verbände oder zivilgesellschaftlichen Organisationen sind allgemein in der Debatte gar nicht beteiligt“, berichtet Dr. Steffi Ober (Foto), Mitglied des NABU, in einem Interview von der "Halbzeitkonferenz Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie 2030", die am 5. Juni 2014 in Berlin stattfand und wo in Bezug auf Bioökonomie erste Bilanz gezogen wurde (umweltbundesamt.de/service/green-radio/biooekonomie-kann-wirtschaft-gruen-sein).
Bild: NABU

Auch bezüglich des Dialogs mit der Bevölkerung haben die Ministerien und die Regierung ihre eigenen Vorstellungen. Dieser soll zwar ergebnisoffen geführt werden, gleichzeitig steht jetzt schon das Ziel fest: Man müsse in der Bevölkerung Akzeptanz, ja sogar „Neugier und Begeisterung“ für neue Technologien, u.a. auch für die Gentechnik, entwickeln. Gentechnik, die bisher in Deutschland noch in ihre Schranken verwiesen ist. Doch auch das soll sich ändern. Im Eckpunktepapier des Bioökonomierates von 2013 heißt es dazu: „In erster Linie müssen Innovationshürden auf dem Weg zur intelligenten Nutzung des neuen Wissens identifiziert, adressiert und eliminiert werden.“

Wie es trotzdem gelingen könnte

Bioökonomie kann ein Erfolg werden, wenn die Hierarchie der Ziele umgebaut wird. Oberste Priorität muss dabei die Würde aller Menschen auf dieser Welt haben. Orientierungshilfe für die Gewichtung der weiteren Ziele bietet die Welthungerhilfe. Demnach müssen zuerst Mensch und Tier gesund ernährt werden (food, feed). Ist dies erreicht, darf ein Rohstoff auch industriell genutzt werden (fiber). Zuletzt kann er für die Energieproduktion eingesetzt werden (fuel).

Innerhalb dieser Zielsetzungen gilt es, die sogenannte Kaskadennutzung zu präferieren. Dies bedeutet, dass jeder Rohstoff so lange, so häufig und so effizient wie möglich genutzt werden muss. Auch über die Kompostierbarkeit der biobasierten Produkte am Ende der Verwertungskette muss nachgedacht werden.

Der große Knackpunkt dabei ist sicher der Aspekt des Wachstums. Neben dem technischen und wirtschaftlichen Umbau ist auch ein „Umbau“ unseres Denkens und Konsumverhaltens notwendig, denn ein „Weiter wie bisher“ verschärft die Konkurrenz um Nutzungsflächen, was zu Hunger, Krieg, Flucht und Tod führt. Ein Szenario, das auch der Bericht des Weltklimarates bestätigt, der Ende März dieses Jahres veröffentlicht wurde.

Es sage also niemand, er habe es nicht gewusst.

Bioraffineriemodell (Bild: © Fraunhofer UMSICH)

Anmerkung zum Bild des Bioraffineriemodells

Wie man mit Bildsprache Meinung bildet: Ein Mann krabbelt auf der kleinen Raffinerie herum, als ob er auf einem Klettergerüst auf dem Spielplatz sei. Herrliches Wetter begleitet ihn bei seinem Treiben. Auf dem Anhänger des Traktors ein paar Ähren. Ertragreiche Felder wie kleine Teppiche – auf einem lagert schon der Nachschub. Keine Straßen. Ein Feld- und Wiesenweg führt direkt zur Fabrik, die so idyllisch in der Landschaft steht, dass man begeistert daneben wohnt, mit großer Terrasse zur schönen Werksseite.

Irritierend: Die beiden übergroßen Strahler links von der Fabrik. Zwei Kühe würden besser ins Ensemble passen. Oder wegen der Artenvielfalt und des Streichelreflexes des Betrachters ein Kälbchen und ein Lämmchen?

Dorothea Weniger

Bösl

10.01.2011 Was Mehrgenerationen-Marketing mit Bergsteigen zu tun hat

Eine kleine Geschichte vorab: Hast Du schon das von den Best Agern gehört? 

Seit ein paar Jahren wird in der Sportbranche immer öfter über sie gesprochen: Die sogenannten „Best Ager“. Man sagt, sie sollen interessante Kunden für Sportgeschäfte sein. So denken Viele über sie: 

… Sind denn damit nicht ältere Leute gemeint? … Das sollen die neuen Super-Kunden für die Sportgeschäften sein? … Wenn wir aber nun plötzlich „einen auf Alt machen“, vergraulen wir nicht eher unsere junge Kundschaft? … Man hört, dass diese Best Ager hohe Umsätze versprechen, die möchten wir uns eigentlich nicht entgehen lassen. … Aber was sollen wir tun? 

Keiner sagt den älteren Sportlern was sie kaufen sollten!

Fakt ist, dass die Älteren – nehmen wir einmal die Generation 50plus – ihre Sportausrüstung viel seltener im Sportfachhandel einkaufen. Obwohl sie genauso viel Sport treiben und auch vergleichsweise viel Geld für Sportausrüstung ausgeben, lassen die älteren Sportlern die Kassen öfter in normalen Bekleidungsgeschäften klingeln, oder in großen Warenhäusern, im Versandhandel, bei Tchibo oder in Discountern. Warum? Aus der Sportbranche kommen keine Signale, die sie umwerben und ihnen somit sagen, was die beste Ausrüstung für sie ist. Das was selbstverständlich für Kinder, Jugendliche, Frauen, Extremsportler und anderes Szenepublikum gemacht wird, passiert nicht bei den zahlungskräftigsten aller Kunden! Daher kaufen viele nicht in Sportgeschäften ein. Es sagt ihnen ja auch keiner, dass sie das tun sollten!

Alle machen das einfach so wie immer

Im Grunde verhalten sich die Kunden und Anbieter wie immer. Man kann zum Beispiel zum Laufen ein einfaches Baumwoll T-Shirt anziehen, so wie früher. Oder man kann für eine Tageswanderung einen Alltagsrucksack benutzen. Diese älteren Kunden sind so aufgewachsen, damals gab es noch kein so breites Spektrum an Sportartikeln für jede Gelegenheit. Daher ist es für einen Großteil der Sportaktiven dieser Generation auch völlig normal, Ausrüstung zum Sport zu benutzen, die eigentlich nicht unbedingt dafür gedacht ist. Das, was es im Sportgeschäft gibt, ist ja eh nur für die besonders ehrgeizigen Leute und die Extremsportler. So denken sehr viele, das lässt sich eindrücklich durch die Marktforschung beweisen. 

Das Denken in mehreren Generationen erscheint vielen schwierig

Rund um diese „neuen alten Kunden“ ranken sich so viele Vorurteile, die eine scheinbar unüberwindbare Barriere bilden. Die Sportgeschäfte und Sportartikelfirmen schrecken daher oft noch zurück, auch ältere aktiv als interessante Käufer zu umwerben.

Ich möchte das einmal mit einer anspruchsvollen Bergtour vergleichen. Der Gipfel erscheint schier unerreichbar weit weg. Der Weg dorthin ist kein Zuckerschlecken. Man hat auch gehört, die Orientierung sei mitunter schwierig, man könne sich leicht verlaufen. Aber der Gipfel verspricht ein wunderbares Erlebnis. Um diesen Berg zu erklimmen muss man sich gut vorbereiten. Man muss die Karte studieren, die einzelnen Schritte planen, den Rucksack mit den richtigen Dingen für unterwegs füllen, die Wettervorhersage mit einbeziehen. Und selbst wenn man perfekt vorbereitet ist, wird der Weg anstrengend und bleibt nicht ohne Gefahren. Man braucht schon einen gewissen Ehrgeiz, eine Portion Mut und Durchhaltevermögen, um das Ziel zu erreichen. Aber es lohnt sich! 

Nur wer sich auf den Weg macht, kann ans Ziel kommen!

So ähnlich ist es auch, wenn man beschließt, sich nach Jahrzehnten im Jugendwahn, auch mit der erfolgsträchtigen neuen Kundschaft im reiferen Alter auseinanderzusetzen. Man muss sich über die Kundenwünsche informieren – eine Landkarte dazu gibt es nicht. Dann muss man sich überlegen, welche Kundeninteresen mit den eigenen Voraussetzungen besonders gut bedient werden können. Welchen Weg man nehmen sollte, bleibt dabei offen. Es gibt keine Patentlösung, aber man kann sich vieles aus anderen Bereichen abschauen. Schließlich muss man sich noch für das richtige Werkzeug entscheiden, um die Kunden zu bearbeiten, wie z.B. Promotionaktionen, Spezialangebote, Werbung etc. 

Es ist also alles andere als leicht, sich mit den Anforderungen unserer immer älter werdend Gesellschaft auseinanderzusetzen. Trotzdem ist die Entwicklung unaufhaltsam: die jungen Sportkunden werden weniger, die älteren werden mehr. Wer sich also langfristig gute Umsätze erhalten will, sollte schleunigst mit den Vorbereitungen beginnen, auf ein Mehrgenerationen-Marketing umzustellen. 

Was man heute kann besorgen, das sollte man vor allem bei diesen „neuen alten“ Kunden nicht auf morgen verschieben! 

Berg Heil, 

Claudia Bieker

Claudia auf der ispo: Halle B2.115

 

Generation sport im internet: 

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Good Sell,

Gerd Bittl-Fröhlich