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Tatonka: Wanderrucksäcke

Einführung

Photo: Tatonka

Wanderrucksäcke

Wanderrucksäcke machen prozentual den größten Teil der verkauften technischen Rucksäcke aus – seit Jahren wird Wandern als Freizeitbeschäftigung auch unter jungen Leuten immer beliebter. In der Verkaufspraxis steht der Begriff „Wanderrucksack“ für einen technischen Daypack, der durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist:

  • ein Volumen ausreichend für Tagestouren unterschiedlicher Ausprägung
  • ein Tragesystem, welches eine Luftzirkulation zwischen Rücken und Rucksack zulässt – in der Regel handelt es sich um einen Netzrücken.

Bei Wanderrucksäcken haben Trageverhalten, nutzungsspezifische Ausstattung und Optik erfahrungsgemäß etwa zu gleichen Teilen Anteil an der Entscheidungsfindung. Ein gut ausgestatteter Fachhändler wird verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Rückenlängen – für eher große, für normalgroße und für kleine Menschen – im Sortiment bereithalten. Viele Hersteller bieten auch frauenspezifische Modelle mit einer kürzeren Rückenlänge und an schmalere Schultern angepasste Schultergurte an.

Dieses Training ist gesponsert von: TATONKA

Die Outdoor-Marke TATONKA wurde im Jahr 1993 gegründet und weltweit eingetragen. Kurz darauf, im Jahr 1994, wurde das seit 1980 bestehende Familienunternehmen Mountain Sport GmbH in Tatonka GmbH umbenannt. Als einziger Outdoor-Hersteller produziert TATONKA bereits seit über 30 Jahren ausschließlich selbst und völlig transparent. 

TATONKA heißt Bison in der Sprache der Sioux. Die Idee für den Markennamen stammt aus dem bis heute populären Film „Der mit dem Wolf tanzt“. Für die Ureinwohner Nordamerikas ist der Bison bis heute ein heiliges Tier. Für uns ist er ein Symbol für Natur, Freiheit, Wildnis und Stärke. Er steht aber für noch mehr: Er ist ein Herdentier, und er besitzt Durchsetzungsvermögen und einen eigenen Kopf. Mit diesen Eigenschaften können wir uns als Outdoor-Marke voll und ganz identifizieren.

tatonka.com

Dauer des Trainings: ca. 15 Minuten.

Wissen

Gewichtsbereich und Lastübertragung

Wanderrucksäcke sind mit ihrem Packvolumen von 15 – 30 Litern für Tageswanderungen ausgelegt. Sie werden mit 2 – 7 kg Gewicht beladen, mehr sollte es nicht sein, damit das Wandern nicht zum „Lastentragen“ wird. Kleinere Modelle sind eher für Touren in der warmen Jahreszeit ausgelegt, in der kälteren Jahreszeit – oder wenn zu zweit nur ein Rucksack benötigt wird – empfiehlt sich ein größeres Modell.

Anders als bei Touren- oder Trekkingrucksäcken wird bei einem Wanderrucksack kein Belastungsgewicht erreicht, das es notwendig macht, einen Teil der Last von der Wirbelsäule weg in den Bereich der Hüfte einzuleiten. Die relativ geringe Größe der Rucksäcke bietet technisch hierzu ohnehin nur eine eingeschränkte Möglichkeit – salopp gesagt, der Rucksack ist oft einfach zu kurz, um bis zur Hüfte zu reichen. Das Gewicht wird vor allem über die Schultergurte auf den Körper übertragen. Der bei nahezu allen Modellen vorhandene, mal mehr, mal weniger gepolsterte Hüftgurt (der oft durchaus eher im Bauchbereich liegen kann, ohne dass deshalb der Rucksack „falsch“ sitzt) fungiert in den meisten Fällen lediglich als Befestigungsgurt zur Reduzierung von Lastwechselreaktionen und nicht als Teil eines lastübertragenden Systems.

Die Belüftung des Rückens

Für Wanderrucksäcke haben sich im Markt belüftete Rückensysteme durchgesetzt. Der Packsack wird durch eine Abspannvorrichtung – in der Regel ein Netz – vom Rücken ferngehalten. Ein fest angebrachter, leichter Hüftgurt fixiert den Rucksack und passt sich flexibel der Bewegung an.

Das belüftete Rückensystem sorgt bei moderater Anstrengung für ein schnelles Abdampfen der Schwitzfeuchtigkeit und damit für ein angenehmes Tragegefühl. Bei hoher körperlicher Aktivitätstellt ein effektives Belüftungssystem die natürliche Kühlfunktion des Körpers sicher – der „Sinn“ des Schwitzens besteht ja darin, den Körper auch bei anstrengenden Tätigkeiten stets auf optimaler Betriebstemperatur und damit leistungsfähig zu halten. (Versuche haben gezeigt, dass die Leistungsfähigkeit einer Person, die einen Rucksack mit einem belüfteten Rückensystem trägt, im Vergleich zu einem Träger, der einen Rucksack kontaktschlüssig trägt, messbar gesteigert werden kann.)

Die Traglast ist mit einem belüfteten System nicht ganz so gut kontrollierbar, deshalb sollte der Rucksack nicht überladen und möglichst symmetrisch gepackt werden (also nicht auf der einen Seite die schwere Thermoskanne und auf der anderen Seite den Fleecepulli – stattdessen: Thermoskanne in die Mitte). Die seitlichen Kompressionsriemen sollten angezogen werden.

Auch lässt sich der Packsack durch die Vorspannung des Rückensystems nicht so komfortabel packen. Einige Hersteller bieten Rückensysteme, die eine stufenlose Einstellung des Aufspanngrads ermöglichen. Durch eine zusätzliche leichte Rückenpolsterung kann der Rucksack zur besseren Lastkontrolle dann auch kraftschlüssig nah am Rücken getragen werden. Zudem kann er im „entspannten Zustand“ auch besser beladen werden. So kann die Funktion des Systems dem Einsatzzweck angepasst werden – entweder mit dem Schwerpunkt auf Belüftung oder auf Kraftschlüssigkeit und Packtauglichkeit.

Die Ausstattung

Die komfortable Ausstattung eines Wanderrucksacks stellt ein wichtiges Verkaufsargument dar. Wesentliche Pluspunkte sind eine integrierte Regenhülle, eine Trinksystemvorbereitung und eine Wanderstockhalterung. Größere Modelle können eine Unterteilung in Haupt- und Bodenfach aufweisen.

Bei Wanderrucksäcken, die in der Größe oftmals einem großen Daypack entsprechen, wird der Kundin/ dem Kunden eine ansprechende Optik wichtig sein. Im Verkaufsgespräch sollten jedoch die technischen Merkmale höher gewichtet und entsprechend herausgestellt werden.

Die Anpassung

Grundsätzlich sollte die Anpassung von Wanderrucksäcken stets mit realistischem Gewicht erfolgen.

Wanderrucksäcke werden sowohl mit verstellbaren als auch mit festen Rückensystemen angeboten. Im Gegensatz zu Trekkingrucksäcken steht bei der Wahl der Rückenlänge jedoch nicht die Ableitung des Gewichts auf den Hüftbereich im Mittelpunkt, da das geringere Volumen der Rucksäcke auch eine kürzere Bauform bedingt. In einigen Fällen (langer, volumiger Rucksack bei einem Träger mit kurzem Rücken) wird eine Lastableitung über den Hüftbereich zwar möglich sein. Im Normalfall wird die Last eines Wanderrucksacks jedoch „auf die Schulter“ genommen, was bei der Bewältigung eines Gewichts zwischen 2 und 7 kg auch kein Problem darstellt. Das entscheidende Kriterium ist dann aber der Sitz und die Passform der Schulterträger.

Ein verstellbares Rückensystem ermöglicht es, den Sitz der Schulterträger sehr individuell an die Statur des Trägers anzupassen. Ein Rucksack mit einem festen Tragesystem bietet diese Möglichkeit nur eingeschränkt. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Schultergurte gut auf der Schulter aufliegen und ihre S-förmige Gestaltung der inneren Kontur des Schultermuskels/ Schultergelenks folgt, die Arme müssen sich frei bewegen lassen. Die Schultergurte werden mit dem Brustgurt fixiert, dieser lässt sich in der Regel passgenau in der Höhe verstellen. Der Hüftgurt dient in erster Linie der Fixierung am Körper, um Lastwechselreaktionen zu vermeiden. Er sollte fest angezogen werden, jedoch nicht so fest, dass es als unangenehm empfunden wird.

Wanderrucksäcke von Tatonka – zwei Rückensysteme

Tatonka-Rucksäcke mit X Vent Zero System

links: Tatonka X Vent Zero Tragesystem/ rechts: Tatonka Wanderrucksack Skill 30 Recco

Im Gegensatz zu den allermeisten belüfteten Rückensystemen kommt das Tragesystem X Vent Zero von Tatonka ohne ein aufgespanntes Netz aus. Lediglich zwei x-förmig angebrachte, offen auf dem Rücken des Packsacks aufliegende GFK-Stäbe stellen in Verbindung mit stufenlos auf- und abspannbaren Gurtbändern die tragende Verbindung zum Packsack her und halten diesen vom Rücken fern. Das bedeutet:

  • Die minimale Kontaktfläche mit dem Rücken (circa 65 % weniger Auflagefläche als herkömmliche Systeme) gewährleistet eine bestmögliche Belüftung.

  • Die filigrane, konsequent materialreduzierte Konstruktion ist extrem leicht.

  • Die Wanderrucksäcke bieten somit inklusive umfangreicher Ausstattung (Regenhülle, gepolsterte Seitenflügel, Netzseitentaschen, Trinksystemvorbereitung, Wanderstockhalterung, Kompressionsriemen) ein geringes Gesamtgewicht.

  • Die Rucksäcke besitzen eine leichte Rückenaufpolsterung und können durch wenige Handgriffe (Entspannen der Gurte) in ein kraftschlüssig nah am Körper zu tragendes Modell umgewandelt werden.

Rucksäcke mit dem X Vent Zero System bieten sich für ambitionierte Wanderer an, die Wert auf bestmögliche Belüftung und geringes Gewicht legen und die den Rucksack zum Beispiel auch für Berg- oder Klettersteigtouren nutzen möchten, indem sie die Option zum kraftschlüssigen Tragen nutzen.

Tatonka-Rucksäcke mit Frame Vent System

Links: Tatonka Frame Vent Tragesystem/ Rechts: Tatonka Wanderrucksack Hike Pack 32

Das Frame Vent Tragesystem von Tatonka ist ein leichtes Netzrückensystem, bei dem ein flexibles Abstandsnetz, das sich der Bewegung anpasst, über einen filigranen, dreidimensional vorgeformten Federstahlrahmen gespannt ist. Das System muss nicht eingestellt werden und bietet bei sehr guter Belüftung einen komfortablen Tragekomfort. Rucksäcke mit dem Frame Vent Tragesystem eignen sich für Wanderer, die einen bequemen, belüfteten Wanderrucksack mit unkomplizierter Handhabung suchen.

Tatonka-Wanderrucksäcke mit Recco-Reflektor

Tatonka stattet eine Reihe seiner Wanderrucksäcke mit Recco-Reflektoren aus und setzt damit als einer der ersten Hersteller im Wandersegment auf die neuentwickelte Technologie des schwedischen Suchsystem-Spezialisten Recco.

Warum mit Recco wandern?

Das Lawinenverschütteten-Suchsystem der schwedischen Firma Recco ist bereits seit Jahrzehnten im Wintersport etabliert und weit verbreitet – Skibekleidung und -ausrüstung wird nahezu standardmäßig mit Recco-Reflektoren ausgestattet.

Statistiken zeigen jedoch, dass im Sommer mehr Menschen in den Bergen verloren gehen als im Winter. Gleichzeitig müssen Rettungsorganisationen größere Gebiete nach den Vermissten absuchen. Deshalb hat Recco einen Helikopter-Detektor entwickelt, mit dem vermisste Wanderer und Bergsteiger schneller geortet und gefunden werden können. Die Ortung erfolgt per Funk – genau wie bei der Lawinenverschütteten-Suche mit Handdetektoren. Jedoch erfasst der unter den Hubschrauber gehängte Detektor bei der Vermisstensuche ein viel größeres Gebiet – in sechs Minuten etwa einen Quadratkilometer. Er sendet Funksignale aus, die von dem Recco-Reflektor zurückgeworfen werden. Der Reflektor, ein passiver Transponder, ist dabei immer erreichbar. Er funktioniert zudem ohne Strom oder Batterien und muss nicht gewartet werden. Einzige Bedingung: Er muss frei zugänglich sein.

Der Recco-Reflektor am Tatonka-Rucksack – automatisch dabei

Tatonka platziert den Recco-Reflektor auf dem Deckel seiner Wanderrucksäcke. An dieser Stelle wird er normalerweise nicht abgedeckt und kann somit Funksignale ideal zurückwerfen. Die feste Integration des Reflektors in den Rucksack bietet den Vorteil, dass der Wanderer dieses Sicherheitsfeature automatisch und immer dabei hat, da er in der Regel nur einen Wanderrucksack nutzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wanderrucksäcke haben ein Volumen von 15 – 30 Liter und sind für eine Traglast von 2 – 7 Kilogramm ausgelegt

  • Wanderrucksäcke eignen sich für Tageswanderungen.

  • Wanderrucksäcke besitzen ein belüftetes Rückensystem.

  • Wanderrucksäcke besitzen eine spezifische Ausstattung (Trinksystemvorbereitung, Wanderstockhalterung, Regenhülle).

  • Die Anpassung eines Wanderrucksacks sollte mit realistischem Gewicht erfolgen.

  • Bei der Anpassung ist auf den optimalen Sitz der Schulterträger zu achten; Hüft- und Brustgurt dienen der Fixierung.

  • Wanderrucksäcke können gegebenenfalls als Alternative zu einem Bergrucksack oder einem Daypack angeboten werden.

Abschluss

Tipp zum Schluss: Nicht ausschliesslich in Kategorien denken!

Ein/e gute/r Verkäufer/in kennt das vorhandene Rucksacksortiment und wird je nach Kundenwunsch, Passform oder Einsatzzweck verschiedene Modelle anbieten können. Dabei sollte man auch im Hinterkopf behalten: Ein Wanderrucksack kann durchaus für kürzere Bergtouren oder Klettersteigtouren verwendet werden, sofern Materialtranspor tund Gewicht das zulassen. Ein Wanderrucksack kann auch eine Alternative zu einem Daypack darstellen – zum Beispiel, weil ein Kunde Wert auf eine bessere Fixierung am Körper legt.

Gratulation! Sie haben es fast schon geschafft!

Jetzt nur noch die Prüfungsfragen beantworten und auf zum nächsten
"Das ist Sache"-Training!

Viel Erfolg!

 

Herzlichen Dank an die Partner des VDS-SUPER-CUP's!

„Das ist Sache“ ist ein Beihefter der Zeitschrift sport+mode mit Sportartikel-Wirtschaft und wird von der sport+mode-Redaktion in Zusammenarbeit mit der Industrie erstellt.

Worauf sollte beim Packen eines Wanderrucksacks geachtet werden?
Welchen Nachteil besitzt ein belüftetes Rückensystem?
Wie funktioniert ein belüftetes Rückensystem?
Was bedeutet „kraftschlüssiges Tragen“?
Mit welchem Gewicht kann ein Wanderrucksack beladen werden?
Für welchen Einsatzzweck eignen sich Wanderrucksäcke mit 15 Liter Packvolumen in erster Linie?
Worauf legen die Tragesysteme bei Wanderrucksäcken den Schwerpunkt?
Warum sollte man den Brustgurt eines Wanderrucksacks schließen?
Welche Vorteile bietet ein mit einem Recco-Reflektor ausgestatteter Wanderrucksack?
Worin besteht der erste Schritt bei einer Rucksackberatung?
Warum sollte der Hüftgurt eines Wanderrucksacks geschlossen werden?
Kann man einen Wanderrucksack auch zum Fahrrad-fahren benutzen?
Wozu dient ein belüftetes Rückensystem?
Welches Ausstattungsmerkmal sollte bei einem Wanderrucksack positiv herausgestellt werden?
Wie sollten die Schulterträger eines Wanderrucksacks positioniert sein?

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